Die Jahre von 1970 bis1979

Kategorie: Geschichte
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Die siebziger Jahre starteten mit einem Großereignis in Rickelrath. Am 4. - 7. September 1970 wurde die 1000 - Jahrfeier ein Fest, das den Gemeinschaftssinn in unserm Dorf unter Beweis stellte. Beim Festzug zog natürlich auch die Löschgruppe in historischen Feuerwehruniformen mit.


1000 Jahr - Feier 1970 Gruppe in historischen Feuerwehruniforme


Feuerwehrmann auf Hochrad

Im Zuge der kommunalen Neugliederung 1972 wurden die Ortschaften Merbeck, Arsbeck und Wildenrath der Gemeinde Wegberg zuge-ordnet. Das hatte zur Folge, daß die Feuerwehr neu organisiert werden mußte. 1975 war es dann soweit, die neun Löschgruppen wurden in vier Löschzüge wie folgt zusammengefaßt:
Den Löschzug I bildete die Löschgruppe Wegberg , den Löschzug II die Löschgruppen Rath-Anhoven und Moorshoven, den Löschzug III die Gruppen Wildenrath, Arsbeck und Merbeck. Die Feuerwehr Rickelrath wurde mit den Löschgruppen aus Klinkum und Tüschenbroich dem Lösch-zug IV zugeteilt.

Aber schon 1974 war für die Löschgruppe Rickelrath ein besonderes Jahr in ihrer Geschichte. Im Juli wurde das erste Feuerwehrfahrzeug übergeben. Es handelte sich um ein Tragkraftspritzenfahrzeug auf VW - Bus Basis ( TSF- T ) mit einer Truppbesatzung (3 Mann), das von der Löschgruppe Moorshoven übernommen wurde. Ab diesem Zeitpunkt war man nicht mehr auf die Hilfe der Landwirte angewiesen, die bei einer Alarmierung ihre Traktoren zur Verfügung stellten, um die Gerätschaften zur Einsatzstelle zu transportieren.
Dieses Fahrzeug hatte eine Beladung für eine Gruppe (9 Mann) und war mit Funk, einer zweiteiligen Steckleiter und einer Tragkraftspritze 8/8 bestückt. Also hieß es für die Rickelrather Wehrmänner, sich durch intensives Üben mit der moderneren Ausrüstung vertraut zu machen.

Wenn auch noch die nötigen Atemschutzausrüstung fehlte, so konnte man jetzt auch in Rickelrath von einer gut ausgerüsteten Feuerwehr sprechen. Vom 31. August bis zum 2. September 1974 feierte man das 50jährige Bestehen der Löschgruppe in Verbindung mit der Spätkirmes im Festzelt an der Dahlener Straße. Im Mittelpunkt des Festbanketts standen Samstag-abends die Gründer Johann Reiners, Gustav und Robert Tappeser. Lösch-gruppenführer Aloys Reiners begrüßte Kreisbrandmeister Savoir, Stadt-direktor Sieben, Pfarrer van Wanroy und Stadtbrandmeister Sallads als Gäste. Im Laufe des Abends wurde er für seine Einsatzbereitschaft und dem jahrelangen „Dienst am Nächsten“ von Stadtdirektor Sieben mit dem Feuer-wehrehrenzeichen in Gold ausgezeichnet. Johann Reiners, Gustav und Robert Tappeser für ihre Verdienste mit der Feuerwehrehrennadel in Gold.
Nach einer Messe für die lebenden und die verstorbenen Mitglieder der Feuerwehr ging es zum musikalischen Frühschoppen. Um 14.00 Uhr war der Empfang der auswärtigen Wehren und Festzug durch den Ort mit anschließender Schauübung, ehe der Tag mit dem Jubiläumsball zu Ende ging. Der Klompenball am Montag war der Abschluß eines gelungenen Jubiläums.

Mit Löschgruppenführer Aloys Reiners ging Ende 1979 ein Mann in den verdienten Ruhestand, der die Rickelrather Feuerwehr 37 Jahre geführt hatte. In der Zeit seines Wirkens verstand er es immer wieder auch in Zeiten personellen Notstandes die Löschgruppe sicher an alle Klippen materieller und technischer Probleme vorbei zu führen. Besonders seinem Durchhaltevermögen ist es zu verdanken, daß der Fortbestand bis dato gesichert wurde.
Sein Nachfolger wurde Hans Terheiden, der zwei Jahre zuvor in Münster die Brandmeisterprüfung gemacht hatte. Im November 1979 wurde er zum Löschgruppenführer ernannt. Gewiß kein leichtes Amt, weil zu diesem Zeitpunkt der Bestand der Löschgruppe durch Austritte sehr geschwächt war. So bestand man zeitweise noch aus neun Mitgliedern, gerade ausreichend für eine Gruppe. Sein Stellvertreter wurde Oberfeuerwehrmann Willi Klingen. Herausragende Einsätze in den siebziger Jahren waren die Scheunenbrände bei Pflipsen (1975) und nahe der Putenfarm Ritte (1978).